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Golf-Fahrer und andere leben gefährlich: Linksüberholen auf BAB kostet Strafe

Wer mutig genug ist, einen 40-Tonner-Diesel in einer Baustelle einer Bundesautobahn zu überholen, lebt teuer und gefährlich: Schon VW-Golf oder Mercedes-A-Klasse-Fahrer, die in Baustellen einer Bundesautobahn links überholen, müssen mit Bußgeldern rechnen.Die Wenigsten wissen das und somit kassiert die Polizei munter ab.

 

Was für diese und weitere insgesamt 70 Prozent aller Fahrzeuge gilt, ist nur Eingeweihten bekannt: Es ist meist der seitliche Sicherheitsabstand, der zum Griff in die Geldbörse führt.

 

 

Wer die Breite seines Autos misst, erweitert nicht nur sein Wissen, sondern sollte dabei auch die Seitenspiegel nicht vergessen, denn die zählen bei der Errechnung der Breite mit. Vergleicht man dann seine neu gewonnenen Erkenntnisse mit der rund 30 Jahre alten "Richtlinie für die Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen", stellen die meisten zur eigenen Verwunderung fest, dass ihr Auto breiter ist als zwei Meter. So viel bleibt nämlich noch von den 2,50 Metern eines Fahrstreifens übrig, nachdem man links und rechts jeweils 25 Zentimeter Sicherheitsabstand abgezogen hat. Und "abgezogen"fühlen sich dann auch manche Autofahrer, wenn am Ende der Baustelle die Kelle winkt. Und es trifft nicht nur Fahrer von Fahrzeugen, die Staatslimuousinen gleichen und Sterne oder ineinander geschwungene Ringe oder Nieren zeigen, sondern auch deren kleine Brüder und Schwestern wie den Audi A3, BMW-X1, Honda-Civic oder die bereits genannten VW-Golf und Mercedes A-Klasse. Alle haben auf den linken Fahrstreifen in Autobahn-Baustellen nichts zu suchen.

Besonders oft wird in Unfall-Brennpunkten gefahndet, in denen es häufig kracht. Wer nämlich konzentriert und höchst verkrampft (s)einen 40-Tonner Diesel mit Anhänger links überholt, sorgt potenziell auch für einen ungewollten Anstieg der Unfallzahlen, die in den letztenb Jahren stark angestiegen sind. Verunglückten 2008 noch 1600 Personen, waren es 2010 schon mehr als 2000. Ein Jammer, wenn wegen eines geringen Zeitvorteils der sorgsam gepflegte Schadenfreiheitsrabatt der KFZ-Haftpflichtversicherung flöten geht. Schon länger ist die Polizei alarmiert und zückt überall dort das Ordnungswidrigkeitenheft, wo die Breite überschritten wurde. Dazu fotografieren die Streifenbeamten die Fahrzeuge und gleichen sie mit den vorliegende Tabellen ab. Es sind zwar nur 20 Euro Bußgeld, doch rechnet es sich für die Kommunen alle Mal. Gerade zwischen Bremen und Hamburg, Dortmund und Schwerte und die A52 bei Marl wird besonders häufig gefahndet und brachte 2010 allein für das östliche Ruhrgebiet 5.312 Autofahrern ein Knöllchen.

Wer sich nach einem Blick in seinen Fahrzeugschein sicher fühlt, könnte sich täuschen. Denn nach gängigem EU-Standard wird die Breite eines Fahrzeugs ohne Außenspiegel gemessen. Die Polizei hingegen misst inklusive Spiegel - und das macht den Unterschied aus. Damit müssen sich nicht nur Porsche-Fahrer hinter dem Truck einreihen, sondern auch die Fahrer zahlreicher Mittelklassewagen. Einzige Hoffnung für gebeutelte Überholerknöllchen: Die Fahrbahnen in Baustellen müssen um 10 cm verbreitert werden. Dann dürfen wieder rund 80 Prozent aller Autos den Überholvorgang einleiten. Nachdem sich die Bundesregierung der Sache durch Bundesverkehrsminister Ramsauer angenommen hat, reagierte Nordrhein-Westfalen als Erste: Die Landesregierung passte die Fahrbahnbreite in Autobahn-Baustellen an und setzte bereits ab Februar 2012 fest, dass alle Fahrstreifen mindestens für eine Fahrzeugbreite bis 2,10 m Außenspieel zugelassen werden sollen.

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