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WinterreifenVerweigerer: KFZ-Versicherungen verstehen keinen Spaß!

Wer im Herbst oder Winter aus dem Fenster schaut, sieht in der Regel Schmuddelwetter, Eis- und Schneeglätte oder eine dichte Schneedecke. Grund genug also, zu Hause zu bleiben und auf den Frühling zu warten. Doch weil das die Wenigsten wollen und viele dennoch mit dem Auto unterwegs sind, sollten sie auf die richtige Bereifung achten, denn bei Unfällen ist sonst nicht nur der Kasko-Schutz in Gefahr, sondern es können unter Umständen empfindliche Strafen von den Strafverfolgungsbehörden hageln.

Gefühlt war es eben noch 20 Grad warm und dennoch sollten Autofahrer den Blick nach vorne richten: Die kommende Herbst-/Wintersaison steht vor der Tür und damit auch das Risiko eines Glätte bedingten Unfalls. Jetzt ist der Zeitpunkt gekommen, auf den Wintermodus umzuschalten und die richtigen Pneus aufzuziehen.

 

Wann müssen Winterreifen aufgezogen werden?

Der Gesetzgeber hat bewusst kein Anfangs- und Enddatum vorgeschrieben und auch nicht den Begriff "Winterreifen" benutzt. Genau genommen gibt es nicht einmal eine gesetzliche Pflicht zur Verwendung von Winterreifen. Hintergrund ist das Ansinnen der Bundesregierung, diese Definition den Bürokraten der EU zu überlassen. Dass dennoch im Winter geeignete Bereifung erforderlich ist, bleibt unbestritten.
Ausschlaggebend für den Einsatz richtiger Reifen ist nicht der Kalender, sondern die Wetterlage. Bei Glatteis, Schneegläte, Schneematsch oder Eisglätte spricht man von winterlichen Verhältnissen und die Verpflichtung zu geeigneten und wintertauglichen Reifen. Wer sich entschließt, sein Fahrzeug im Winter in der Garage zu lassen, sollte jetzt unbedingt konsequent bleiben und nur an Wintertagen mit trockener Fahrbahn losfahren.

Was sollten Autobesitzer beim Kauf von Winterreifen beachten?

Reifen mit Winterprofil haben auf Schnee bessere Fahreigenschaften und eine andere Gummi-Zusammensetzung als normale Reifen. Wer auf Nummer Sicher gehen will, sollte auf Reifen zurückgreifen, die das Symbol der Schneeflocke (allein oder vor dreizackigem Berg) und die Aufschrift "M + S" tragen. Allerdings sollten Aufofahrer vorsichtig sein, denn der Begriff "M + S" ist nicht geschützt und somit könnten Hersteller das auf jede Form Reifen aufgringen.

Der Gesetzgeber schreibt eine Mindesttiefe von 1,6 Millimeter vor, während ADAC-Expertn von mindestens vier Millimetern ausgehen. Auch Ganzjahresreifen sind geeignet, doch wegen ihrer speziellen Gummizusammensetzung, die für heiße Sommer ebenso haltbar sein muß, wie für eiskalte Winter, sollte man gleich auf Winterreifen umsteigen. Tests haben gezeigt, dass Ganzjahresreifen immer schlechtere Qualitäten haben als vergleichbare Winterreifen.

Wann droht die Gefahr eines Bußgelds?

Wer bei winterlichen Straßenverhältnissen mit Sommerpneus erwischt wird, hat einen 40 Euro teuren Spaß gehabt. Bleibt man deswegen auf einer Kreuzung liegen oder im Schnee stecken, dann sollte er bereits mit 80 EUR rechnen.Wer Andere in Gefahr bringt, muss sogr mit 100 Euro rechnen und bei einem Unfall kommen neben den rund 120 € nocn Punkte in Flensburg dazu.

Wann verweigert die Versicherung die Leistung?

Baut der Autofahrer bei Schneeglätte mit Sommerreifen einen Unfall muss er mit dem Vorwurf der "groben Fahrlässigkeit rechnen. Wenn die Schneeverhältnisse nicht plötzlich hereingebrochen sind und den Autofahrer überrascht haben, kann er auch diesen Punkt als Ausrede vergessen. In diesem Fall kann die Versicherung den Schaden nach eigenem Gutdünken abbrechnen oder die Ersatzleistung sogar ablehnen. Dazu sind die Versicherer in der komfortablen Situation des so genannten Anscheinsbeweises: Danach ist der Unfall nach dem ersten Anschein auf die Winterreifen zurück zu führen gewesen und der Halter muss das Gegenteil beweisen, um Geld von der Versicherung zu bekommen.
Wer bereit ist, einen höheren Versicherungsbeitrag zu zahlen, kann in seinem Vertrag die grobe Fahrlässigkeit ausschließen. Doch diese höheren Prämien sind empfindlich hoch und bergen das Risiko, dass auf Winterreifen gänzlich verzichtet wird und möglicherweise sogar Menschen verletzt werden.

Bei der Gelegenheit, seinen Versicherungsschutz zu überprüfen lohnt sich auch ein Preis- und vor allem Leistungsvergleich. In den meisten Fällen können Versicherungsverträge zum Jahresende gekündigt werden.


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