Allg. Bedingungen für die Bauwesenversicherung von Gebäudeneubauten durch Auftraggeber (ABN)

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§ 9 Umfang der Entschädigung

  1. Der Versicherer leistet Entschädigung in Höhe der Kosten, die aufgewendet werden müssen, um die Schadenstätte aufzuräumen und einen Zustand wiederherzustellen, der dem Zustand unmittelbar vor Eintritt des Schaden technisch gleichwertig ist.
    Bei Totalschäden an versicherten Hilfsbauten und Bauhilfsstoffen, leistet der Versicherer Entschädigung für das Material nur in Höhe des Zeitwertes.
    Der Zeitwert von Resten und Altteilen wird angerechnet.
  2. Der Versicherer leistet keine Entschädigung für
    1. Vermögensschäden, insbesondere für Vertragsstrafen, Nutzungsausfall, Gewährleistungsfälle und Schadenersatzleistungen an Dritte;
    2. Schadensuchkosten und zusätzliche Aufräumungskosten, soweit nicht besondere Versicherungssummen vereinbart sind (§ 5 Nr. 5);
    3. Mehrkosten durch Änderung der Bauweise, durch Verbesserungen gegenüber dem Zustand unmittelbar vor Eintritt des Schaden, durch behelfsmäßige Maßnahmen oder durch Luftfracht.
  3. Führt ein Mangel (§ 2 Nr. 3 a) zu einem gemäß § 2 entschädigungspflichtigen Schaden an den mangelhaften oder an mangelfreien Teilen der Bauleistung oder an sonstigen versicherten Sachen, so leistet der Versicherer Entschädigung unter Abzug der Kosten, die zusätzlich aufgewendet werden müssen, damit der Mangel nicht erneut entsteht.

§ 10 Kosten der Wiederherstellung und Aufräumung in eigener Regie eines versicherten Unternehmers

  1. Bei Schäden, die zu Lasten eines versicherten Unternehmers gehen, der die Bauleistung ausgeführt hat, leistet der Versicherer für die Kosten für Wiederherstellung und Aufräumung in eigener Regie des Unternehmers Entschädigung ohne Zuschläge für
    1. Wagnis und Gewinn;
    2. nicht schadenbedingte Baustellengemeinkosten;
    3. allgemeine Geschäftskosten.
  2. Wird nach dem Leistungsverzeichnis abgerechnet, so werden 90 v.H. der Preise ersetzt, die in dem Bauvertrag vereinbart oder auf gleicher Grundlage ermittelt worden sind.
    Durch diesen Vomhundertsatz ist der Ausschluß von Zuschlägen gemäß Nr. 1 a bis c berücksichtigt.
  3. Unabhängig von den Preisen des Bauvertrages kann über die Wiederherstellungskosten nur mit Zustimmung des Versicherers abgerechnet werden, die jedoch erteilt werden muß, wenn der versicherte Unternehmer sie aus wichtigem Grund verlangt.
  4. Soweit (Nr. 3) über Stundenlohnarbeiten unabhängig von den Preisen des Bauvertrages abgerechnet werden kann, sind zu ersetzen
    1. die für die Baustelle geltenden tariflichen Stundenlöhne für Bau-, Montage- und Werkstattarbeiten zuzüglich tariflicher Zulagen für Erschwernis, Schmutzarbeit usw.;
    2. tarifliche Zuschläge für Oberstunden, Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeiten, soweit solche Zuschläge in den Herstellungskosten enthalten und soweit der Ersatz dieser Kosten außerdem besonders vereinbart ist;
    3. Zuschläge auf die Beträge gemäß Nr. 4 a und 4 b, und zwar in Höhe von 100 v.H., wenn nicht ein anderer Satz vereinbart ist;
    4. notwendige und schadenbedingte Lohnnebenkosten, soweit sie in der Versicherungssumme enthalten sind;
    5. übertarifliche Lohnanteile und Zulagen, soweit solche Kosten als Teil der Herstellungskosten oder zusätzlich in der Versicherungssumme enthalten sind;
    6. Zuschläge auf die Beträge gemäß Nr. 4 d und 4 e, auf Beträge gemäß Nr. 4 d jedoch nur, soweit sie lohnsteuerpflichtig sind; der Zuschlag beträgt 65 v.H., wenn nicht ein anderer Satz vereinbart ist.
  5. Soweit (Nr. 3) ein versicherter Unternehmer über das Vorhalten eigener Baugeräte für die Zeit ihres Einsatzes zwecks Beseitigung des Schaden unabhängig von den Preisen des Bauvertrages abrechnen kann, sind zu ersetzen
    1. 150 v.H. der mittleren Abschreibungs- und Verzinsungssätze gemäß der durch den Hauptverband der Deutschen Bauindustrie herausgegebenen "Baugeräteliste" in ihrer jeweils neuesten Fassung;
    2. entstandene Kosten für Betriebs- und Schmierstoffe.
  6. Soweit (Nr. 3) über Transporte unabhängig von den Preisen des Bauvertrages abgerechnet werden kann, sind die entstandenen Kosten zu ersetzen, höchstens jedoch
    1. bei Transporten im Umkreis von 50 km um den Schadenort die Sätze des Güternahverkehrstarifes;
    2. bei Transporten über größere Entfernungen die Sätze des Bundesgütertarifes;
    3. Mehrkosten für Eil- und Expreßfrachten werden nur ersetzt, soweit dies besonders vereinbart ist.
  7. Für Stundenlohnarbeiten sind prüfungsfähige Unterlagen vorzulegen. Aus diesen Unterlagen müssen sich ergeben:
    1. Art, Zweck und Dauer jeder Arbeitsleistung;
    2. die Höhe der tariflichen Stundenlohnsätze;
    3. Art und Höhe etwaiger Lohnzulagen (Nr. 4 a) und Lohnnebenkosten (Nr. 4 d);
    4. die Höhe der übertariflichen Löhne und Zulagen sowie der Zuschläge für Überstunden, Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeiten, soweit sie nach Nr. 4 b und 4 e entschädigungspflichtig sind.
  8. Durch die Zuschläge gemäß Nr. 4 c sind abgegolten:
    1. Lohnabhängige Kosten, insbesondere für tarifliche und gesetzliche soziale Aufwendungen, sowie vermögenswirksame Arbeitgeberzulagen;
    2. Kosten für Löhne und Gehälter aller Personen, die an der Wiederherstellung und Aufräumung nur mittelbar beteiligt sind; die Arbeiten von Meistern und Polieren werden wie Stundenlohnarbeiten gemäß Nr. 4 a berücksichtigt.
    3. Kosten für die Beförderung von Personen zur Baustelle und zurück, soweit sie nicht Lohnnebenkosten gemäß Nr. 4 d sind;
    4. alle sonstigen schadenbedingten Gemeinkosten, z. B. Bürokosten;
    5. Kosten infolge betrieblicher Störungen und dergleichen;
    6. Kosten für Bauplatzanlagen, ferner für Nebenfrachten und für Nebenstoffe in geringen Mengen;
    7. Kosten für das Vorhalten von Handwerkzeugen, Kleingeräten und Gerüsten mit einer Arbeitsbühne bis zu 2 m Höhe;
    8. Kosten für Einrichtung und Betrieb der Werkstatt (einschließlich Gehaltskosten) sowie für das Vorhalten der Werkstatteinrichtung;
    9. Aufwendungen für Verbrauchsstoffe in der Werkstatt, wie Schmiedekohle, Elektroden, Schrauben, Öle, Fette, Treibstoffe, Reinigungs- und Anstrichmittel.
  9. Durch die Entschädigung gemäß Nr. 5 a sind die Kosten für Abschreibung und Verzinsung sowie für Reparaturen der Baugeräte abgegolten.

§ 11 Wiederherstellungs- und Aufräumungskosten durch Lieferungen und Leistungen Dritter

  1. Lieferungen und Leistungen Dritter kann der versicherte Unternehmer für Material und in Ausnahmefällen mit Zustimmung des Versicherers auch sonst in Anspruch nehmen.
  2. Unter dieser Voraussetzung leistet der Versicherer Entschädigung für den Rechnungsbetrag in den Grenzen gemäß § 9 sowie außerdem pauschal für schadenbedingte Geschäftskosten des versicherten Unternehmers, und zwar bei einem Rechnungsbetrag
    1. bis zu 2.500 € in Höhe von 5 v.H. dieses Betrages;
    2. von mehr als 2.500 € in Höhe von 5 v.H. aus 2.500 € zuzüglich 3 v.H. des Mehrbetrages.
  3. Bei Schäden, die nicht zu Lasten eines versicherten Unternehmers gehen, der die Bauleistung ausgeführt hat, gelten als entschädigungspflichtige Wiederherstellungs- und Aufräumungskosten nur Aufwendungen für Lieferungen und Leistungen Dritter, und zwar in dem Umfang, in dem die Rechnungsbeträge schadenbedingt und der Höhe nach angemessen sind. Angemessen sind in der Regel die Sätze des Leistungsverzeichnisses. Ist der Auftraggeber zum Vorsteuerabzug nicht berechtigt, so ist die Mehrwertsteuer in die Entschädigung einzubeziehen.

§ 12 Unterversicherung

  1. Ist die Versicherung ohne Einverständnis des Versicherers nicht in vollem Umfang gemäß § 5 Nr. 1 genommen, so wird nur der Teil des gemäß §§ 9 bis 11 ermittelten Betrages ersetzt, der sich zu dem ganzen Betrag verhält wie die vereinbarte zu der gemäß § 5 Nr. 2 erforderlichen Versicherungssumme.
  2. Im übrigen wird der Einwand der Unterversicherung nicht erhoben.

§ 13 Grenze der Entschädigung

Grenze der Entschädigung ist jede der Versicherungssummen gemäß § 5 Nr. 2 a bis 2 c sowie gemäß § 5 Nr. 5 a bis 5 c.

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